Gegenüber einer Polizeiwache im Bezirk Moabit wurde in der Nacht zu Montag ein Mann aus einem vorbeifahrenden Auto heraus angeschossen
Die Hauptstadt erlebte in mittlerweile erwartbarer Regelmäßigkeit erneut zwei Vorfälle von Gewaltereignissen mit Verletzten. Die bedenkliche Entwicklung lautet, dass sich der Vorfall in der Nacht zu Montag bei einem "Drive-by-Shooting" direkt vor einem Polizeiabschnitt im Bezirk Moabit ergab, so erste Ermittlungsergebnisse. Laut Medienbericht könnte ein möglicher Auslöser laut Polizeiinformationen eine bereits am Sonntagabend eskalierte Auseinandersetzung im Bezirk Wedding sein.
Die Gewaltspirale in Berlin hat eine neue Eskalationsstufe erreicht, so die mehrheitliche Wahrnehmung der berichtenden Hauptstadtpresse. In der Nacht zu Montag wurde dabei beim jüngsten Ereignis ein schwer verletzter, angeschossener junger Mann von seinem Bruder in die vom Tatort gegenüberliegende Polizeiwache geschleppt.
Das 22‑jährige Opfer wurde laut Ermittlungsstand direkt vor dem Polizeiabschnitt 27 von Kugeln aus einem vorbeifahrenden Auto getroffen, wo es in einer Gruppe stand. Der junge Türke erlitt einen Beinschuss und musste notoperiert werden. Laut Polizeiangaben muss nun geklärt werden, ob das Opfer gezielt angeschossen oder als Zufallsopfer getroffen wurde.
Dazu heißt es laut Medien, dass die abgegebenen Schüsse möglicherweise im Zusammenhang mit einer blutigen Messer-Auseinandersetzung wenige Stunden zuvor im Bezirk Wedding stehen könnten. Dort waren wiederum mehrere Personen am frühen Abend aneinandergeraten und mit Messern aufeinander losgegangen. Die Polizeimeldung lautet diesbezüglich:
"Im weiteren Verlauf entstand eine körperliche Auseinandersetzung, wobei einem 16-Jährigen mit einem Messer Stichwunden zugefügt wurden. Der Jugendliche erlitt Verletzungen am Oberkörper."
Die Berliner Zeitung berichtet zu diesem Vorfall am Dienstvormittag:
"Vor einem Restaurant waren [am Sonntagabend] mehrere Männer in Streit geraten, die den arabischen Großfamilien A., Al-Z. und Ch. angehören sollen. Mehrere Beteiligte wurden dabei verletzt."
Ein 37-jähriger Tatbeteiligter wurde festgenommen und auf dem Polizeiabschnitt 27 erkennungsdienstlich behandelt. Hinsichtlich des Vorfalls in der Nacht zu Montag heißt es in einem Welt-Artikel:
"Nach den Schüssen brachte der Bruder des Verletzten den Mann zum wenige Meter entfernten Polizeiabschnitt 27. Erst dann bemerkten die Beamten, was da gerade vor ihrer Tür eigentlich passiert ist. Anschließend wurde der Verletzte unter Polizeibegleitung in eine Notaufnahme gebracht."
Die Polizei ermittle nun, ob es sich bei den Schüssen um einen "Racheakt" handelte. Demnach könne zudem "eine Clan-Beteiligung im Moment nicht ausgeschlossen werden." Dazu konnte die Berliner Zeitung wiederum in Erfahrung bringen:
"Als der 37-Jährige Ali A. gegen 2 Uhr die Dienststelle verlassen durfte, kam ein Auto herangerast. Aus diesem wurden mehrere Schüsse abgegeben. Ein Projektil blieb in einem geparkten Auto stecken, ein anderes traf einen 22-Jährigen in den Oberschenkel."
Ob die Schüsse dabei Ali A. galten, versuche die "BAO Ferrum" der Polizei herauszubekommen.
Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellen die Ereignisse der vergangenen Woche ein "weiteres Alarmsignal" dar, so Stephan Weh, Landesbezirksvorsitzender der GdP, um zu Protokoll zu geben: "Die fortschreitende Entwicklung ist besorgniserregend."
Dabei kam es am vergangenen Sonntag zudem vor einer Bar in der Turmstraße in Berlin-Moabit ebenfalls zu einem Streit zwischen mehreren Personen. Dieser verlagerte sich "in eine Bar, wo eine Person dabei Schnitt- beziehungsweise Stichverletzungen erlitt", so Angaben der Polizei.
Bereits am Freitag der Vorwoche wurde im Bezirk Steglitz "ein 17-Jähriger mit lebensgefährlichen Schussverletzungen" von der Polizei auf der Straße vorgefunden. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin werden dazu "die Ermittlungen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts übernommen".