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"Bedienungen gegen Rechts" – Zeitgeist auf dem Oktoberfest

swaine1988
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Autor: RT
Quelle: https://de.rt.com/inland/29305...
2026-09-29, Ansichten 25

 Die Aktion "Bedienungen gegen Rechts" erfährt laut Medienberichten nicht bei allen Festwirten Begeisterung und Unterstützung. München, 27.09.26

Im Jahr 2026 erreicht die neue "Political Correctness" auch das Münchner Oktoberfest. Die Initiative "Bedienungen gegen Rechts" wehrt sich mit einer überschaubaren Gruppe von saisonalen Servicekräften gegen "Rassismus und Sexismus" in den Festzelten.

Diesjährige Kellnerinnen und Kellner (m, w, d) wollen laut Erklärung und Medienzitaten in ihren aktuellen Schichten auf dem aktuellen Oktoberfest in München "diskriminierende Äußerungen" nicht mehr weiter hinnehmen und tolerieren. Die diesbezügliche Aktion "Bedienungen gegen Rechts" wurde von "zwei Freundinnen und langjährigen Bedienungen" ins Leben gerufen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Auf Instagram und TikTok lautet die dem Zeitgeist zuarbeitende Forderung. "Wer keine Vielfalt verträgt, verträgt sich dieses Jahr vielleicht besser mit Selbstbedienung".

Seit Jahren würden die beiden Initiatorinnen beobachten, "wie Dinge wieder sagbarer werden und plötzlich weniger Widerspruch bekommen", so der Sender BR24 die beiden engagierten Saisonkräfte zitierend. Der SZ-Artikel berichtet ergänzend von aktuell rund 168 Kellnerinnen und Kellnern, die sich demnach der Initiative und "dem Appell" angeschlossen hätten.

Laut Wiesn-Statistik sind gegenwärtig etwa 13.000 Personen auf der Theresienwiese beschäftigt, darunter rund 8.000 fest angestellte sowie 5.000 wechselnde Arbeitskräfte, die in sämtlichen erforderlichen Bereichen zur Durchführung des 191. Oktoberfestes vom 19. September bis 4. Oktober tätig sind. In den gastronomischen Betrieben stehen insgesamt rund 120.000 Gastplätze und damit potenzielle "Rassisten" zur Verfügung, so eine "queere Person" diesbezüglich auf X:

"Nicht mal beim Biertrinken auf dem Oktoberfest hat man seine Ruhe vor Bevormundung und Indoktrination – was uns hier durch 'Bedienungen gegen Rechts' veranschaulicht wird."

Der finale Impuls sei demnach durch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt Anfang September gekommen, erklärt Anna H. ihre Motivation gegenüber der SZ‑Redaktion. Da die AfD "als gesichert rechtsextrem eingestuft wird", möchte die Initiative mit ihrem Bemühen "auch ganz konkret Bezug auf das Oktoberfestattentat vor 46 Jahren" nehmen, als bei einem Bombenanschlag am 26. September 1980 insgesamt 13 Menschen, darunter auch der Täter selbst, starben und mehr als 200 verletzt wurden. Die vermeintliche Alleintäterschaft des rechtsradikalen Gundolf Köhler wird dabei seit Jahrzehnten in der kritischen Betrachtung weiterhin angezweifelt.

Im Gespräch mit BR24 gab eine der Initiatorinnen zu Protokoll:

"Ich bin manchmal total baff, was bei einem bestellt wird oder wie sich Leute verhalten, und das oft auch als Tradition abgetan wird. Es ist halt einfach super viel Rassismus und Diskriminierung dabei. Und es ist immer größer geworden."

Als exemplarische Beispiele werden die Verwendung des "N-Wortes", eine Blaskapelle, die Songs über rassistische Stereotype spielt, Gäste, die sich über Ausländer auf der Wiesn auslassen, und sexistische Sprüche in Richtung der Bedienungen genannt.

Je sichtbarer eine engagierte Bedienung sei, "desto mehr checken es auch die Gäste", so die Hoffnung der beiden Servicekräfte. Das sei zudem "im Übrigen nicht nur für das Oktoberfest wichtig, sondern auch für alle Volksfeste", so die Forderung.

Vorbereitete "Pins als Erkennungszeichen", die seit dem Sonntag an Sympathisanten der Aktion verteilt werden, wurden über eine Button-Maschine zur Herstellung ermöglicht, die "ihnen die Partei Die Linke ausgeliehen" hätte. Wirtesprecher Peter Inselkammer gab der SZ-Redaktion themenbezogen zu Protokoll:

"Wir und die gesamte Wiesn-Familie lehnen schon immer jede Art von Diskriminierung, Rassismus und Sexismus auf das Entschiedenste ab und stehen gemeinsam für diese Grundhaltung. Gleichwohl können wir einen Anstieg entsprechender Vorfälle in den Festzelten nicht feststellen."

Laut BR24 weist demgegenüber die Münchner Polizei auf einen Anstieg von Vorfällen hin:

"So wurden im vergangenen Jahr auf der Wiesn elf staatsschutzrelevante Delikte angezeigt, 2024 waren es sechs. Hierbei habe es sich meist um den Nationalsozialismus verherrlichende Äußerungen gehandelt, so die Polizei. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 2025 insgesamt 74 verzeichnet, im Jahr zuvor waren es 58."

Laut den Verantwortlichen verlief das diesjährige Oktoberfest bis dato in einer Zwischenbilanz "sonnig, fröhlich und entspannt". Die Festleitung schätzte die Besucherzahl auf rund 3,8 Millionen – nach 3,5 Millionen im Vorjahr. 

Eine Maß Festbier (1 Liter) kostet auf dem Oktoberfest 2026 je nach Betrieb zwischen 14,80 und 15,90 Euro.


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